Wie mein Projekt gewachsen ist
Vor der Arbeit an diesem Projekt habe ich mich beruflich vielseitig mit Bildgestaltung, Kommunikation, Pädagogik und Kunst befasst. Einige Anerkennungen und Gehaltserhöhungen waren ermutigend. Dann habe ich unter den unendlich vielen Möglichkeiten der Welt der Kunst versucht, die zu finden, die meine ist. Im Gegensatz zu vielen Künstler-Kollegen, die Selbstdarstellung als zentrales Anliegen verfolgen, habe ich Dialoge gesucht. Die oft nur Sekunden andauernde Aufmerksamkeit von Ausstellungsbesuchern für einzelne Gemälde war mir zu wenig. Zahlreiche Ateliergespräche und Workshops waren bereichernde Ergänzungen.
In über 40 Ausstellungen habe ich meine Gemälde gezeigt. Keines war je mit einem Titel oder einer Themenbeschreibung versehen. Die klassische Frage:: "Was wollte der Künstler uns damit sagen?" wurde mir trotzdem nie gestellt. Auffällig war vielmehr, wie viel die Betrachter von sich selbst, ihren eigenen Gedanken,Gefühlen und Erlebnissen in meinen Gemälden wiedererkannt haben. Zwei Vorstellungen bzw. Darstellungen eines Gedankens oder einer Erfahrung einerseits als Betrachter im Kopf zu haben und gleichzeitig als Gemälde vor sich zu sehen, war eine Quelle unzähliger Inspirationen für Veränderungen - intensive Gespräche über verschiedenste Lebenssituationen.
Meine Gemälde hatten so viele ungewöhnliche Kunst-Erlebnisse bewirkt, dass ich mit meiner Arbeit zufrieden sein konnte. Erst mit der Zeit ist mir die Verbindung zwischen den vielen faszinierenden Erlebnisinseln aufgefallen. So bin ich auf einige meiner Gemälde gestoßen, die nicht nur von einzelnen, sondern von allen Betrachtenden als Darstellungen ihrer eigenen Innenwelt ganz ohne weitere Erklärungen oder Bildtitel angenommen wurden. Einige tausend Menschen aus allen Altersgruppen und sozialen Schichten haben auf diese Weise an der Entstehung der Reihe der Trainingsbilder mitgewirkt.
Die Abfolge der Übungsszenarien zeigt die Abfolge der oft emotional aufgeladenen Situationen, die jeder Mensch erlebt, der eine persönliche Entwicklung durchläuft. Kein Erwachsener ist auf diesem Gebiet ohne Erfahrung. Alle haben im Lauf ihres Erwachsenwerdens zahlreiche Veränderungen und Umbrüche durchlebt. Daraus ist schließlich ein einzigartiges Weltbild geworden, das Bild der Persönlichkeit.
In Lebensphasen, in denen alles seinen geordneten Gang geht, denkt man nicht gerne an die Selbstverständlichkeit von Veränderungen, weil das Weltbild das Navi sein soll, das uns fast automatisch zu allen richtigen Entcheidungen führt. Auch wenn alles gut läuft, sammeln sich Erfahrungen und Erkenntnisse an, die irgendwann in das Weltbild eingearbeitet werden wollen. Verändert sich die Außenwelt, führt uns unser bisheriges Weltbild in diverse individuelle Sackgassen. Da kann die seelische Not groß und die Rufe nach Rettung laut werden. Vielen wird zu spät bewusst, dass Ratschläge von Fremden nicht funktionieren können. Jedes Kunstwerk würde, von Fremden übermalt, seine individuelle Qualität verlieren. Leichter findet man gute Problemlösungen, wenn man, von inspirierender Methodik unterstütz, eigene Entwürfe in den Landschaften und Bauwerken der Übungsszenarien meines Trainings auszuprobieren kann. Gelungene Entwürfe ersetzen dann, weil sie individuell genau passen, ganz von selbst alte Vorstellungen und eingeschliffenen Muster.
So kunstvoll ein Gemälde gestaltet sein will, das überzeugen soll, so kunstvoll ist auch die Methodik meines Change-Trainings beschaffen, dem einige Tausend Teilnehmende aus allen Altersgruppen und sozialen Schichten mit den verschiedensten Lebens-, Erfahrungs- und Arbeits-Hintergründen gefolgt sind, ganz einfach, weil sie das spontan persönlich gut und wertvoll fanden.